Vocoder VST: Das sind die besten Vocoder Plugins

Die besten Vocoder VST Plugins

Ein gern genutzter Effekt in der elektronischen Musik, hier besonders im klassischen Electro, ist der Vocoder. Von singender Synthesizer-Chören, über Roboterstimmen, bis hin zu rhythmischen Drumflächen ist hier ein breites Klangspektrum möglich. Für alle, die in diesem spannenden Bereich Soundforschung betreiben wollen, stellt dieser Artikel die besten Vocoder VST Plugins vor.

Bevor wir aber tiefer ins Thema einsteigen, noch ein Hinweis: Es geht hier ausschließlich um Plugins für den klassischen Vocoder-Effekt. Das ebenfalls gerne genutzte Autotune ist technisch eine komplett andere Baustelle und wird hier nicht behandelt.

Bordmittel: Ist ein Vocoder in der DAW vorhanden?

Bevor ihr Geld in die Hand nehmt, solltet ihr erst einmal gucken, ob eure DAW nicht bereits einen Vocoder an Bord hat. Der Ableton Vocoder beispielsweise ist ein ziemlich gut klingendes Plugin mit hoher Sprachverständlichkeit. Zusätzlich kann man hier die Formanten verschieben und das Effektsignal im Stereopanorama verteilen. Zur Erzeugung des Carrier-Signals bietet der Ableton Vocoder ebenfalls eine rudimentäre Klangerzeugung, die zwar vergleichbar etwa mit dem Softube Vocoder VST ist, aber nicht an Plugins wie Waldorf Lector oder den Orange Vocoder heranreicht.

Auch auf die internen Effekte achten! Viele DAWs bringen bereits gute Vocoder mit
Viele DAWs bringen bereits gute Vocoder mit, hier: Ableton Vocoder

Und so ist ein Wermutstropfen häufig, dass man in DAWs das Vocoder-Carriersignal erst aufbereiten muss. Demgegenüber besitzen viele spezialisierte Vocoder-Plugins bereits eine entsprechend optimierte Klangerzeugung, die besonders Einsteigern häufig schnellere Erfolgserlebnisse liefert.

Softube Vocoder VST

Preis: 99 €
Konzept: Vintage-Emulation
Fazit: Hervorragender Sound mit intuitiver Bedienung, allerdings nicht so viele Sounddesign-Möglichkeiten.

Ganz klassisch geht es bei Softube zu. Denn der Softube Vocoder VST steht in der Tradition legendärer Roland-Vocoder aus den 70ern. Mit bis zu 20 Bändern ist die Sprachverständlichkeit beim Softube Vocoder für die meisten klassischen Sounds mehr als ausreichend, wenngleich man hier mit anderen Plugins noch bessere Ergebnisse erzielt.

Softube Vocoder VST Plugin
Softube Vocoder: Klassischer Sound orientiert am Roland-Vorbild

Falls ihr auf der Suche nach singenden Vocoder-Chören wie bei Air seid, ist der Softube Vocoder eine gute Adresse. Aber auch typische Roboterstimmen gelingen hiermit recht einfach. Wenn ihr aber tiefer ins experimentelle Sounddesign einsteigen wollt, sind der Waldorf Lector oder der Orange Vocoder die besseren Kandidaten.

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Arturia Vocoder V

Preis: 149 €
Konzept: Vintage-Emulation des Moog-Vocoders
Fazit: Eigene Klangerzeugung und 16 Bänder, die frei verschaltet werden können: Der Vocoder V ist ideal für Experimentierfreudige, die auf Vintage-Sound nicht verzichten wollen.

Die Sprachverständlichkeit ist bei anderen Vocodern mit mehr Bändern definitiv höher. Dafür punktet der Arturia Vocoder V wiederum als kreativ verschaltbare Filterbank und bietet neben guten internen Effekten auch eine umfangreiche Modulationsmatrix, die anderen Vocodern mit Retro-Ansatz fehlt.

Die besten Vocoder VST Plugins: Arturia Vocoder V orientiert sich am MOOG Vocoder
Arturia Vocoder V orientiert sich am MOOG Vocoder

Als weiteres Highlight ist hier noch der Sample-Player zu nennen. In bis zu zwölf Slots können eigene Aufnahmen abgelegt und auf Tastendruck in verschiedenen Richtungen wiedergeben werden. Sicherlich kann man das bei den meisten DAWs auch anders erreichen. Trotzdem ist es als integrierte Lösung praktischer und hilfreich, wenn man einfach mal ein paar Einstellungen ausprobieren möchte.

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Waldorf Lector: Vocoder Plugin

Preis: 149 €
Konzept: Digitaler Vocoder mit umfangreichen Features
Fazit: Komplexes Vocoder-VST mit 100 Bändern, Synthese-Engine und guten Effekten. Kann für Einsteiger anfangs zu anspruchsvoll sein.

Bis zu 100 Analysebänder, eine umfangreiche Soundengine und gut klingende Effekte: Der Waldorf Lector kombiniert klangliche Flexibilität mit hoher Sprachverständlichkeit und bleibt damit immer noch intuitiv bedienbar. Vorausgesetzt natürlich, man bringt gewisse Vorkenntnisse im Bereich Sounddesign mit.

Denn die vielseitige Klangerzeugung mit FM, Ringmodulation, unterschiedlichen Filtertypen auf der einen Seite, dann die ebenso vollständige Filterbank auf der anderen Seite, will erst einmal beherrscht werden. Wer sich nicht scheut, tief ins Sounddesign abzutauchen wird mit überzeugenden Ergebnissen belohnt. Diese decken Vocoder-Standards ebenso ab, wie komplexe geräuschhafte Texturen, die ideal im cineastischen Kontext funktionieren.

Der Klangcharakter des Lector ist typisch für den Waldorf-Sound deutlich auf der HiFi-Seite. Man kann man zwar mit Ringmodulation und Overdrive gegenwirken, richtig brutal wird es hier aber selten.

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Zynaptiq Orange Vocoder IV

Preis: 169 €
Konzept: Digitales Vocoder Plugin
Fazit: Der Klassiker ist 20 Jahre nach Erscheinen auch in der vierten Iteration eines der besten Vocoder-Plugins

In einem Artikel über die besten Vocoder Plugins darf der Orange Vocoder von Zynaptiq natürlich nicht fehlen. Mittlerweile in der vierten Generation angekommen, war der Orange Vocoder bei seiner Premiere im Jahre 1998 eines der ersten richtig gut klingenden Plugins.

Die besten Vocoder VST Plugins: Orange Vocoder IV
Immer noch einer der besten Software-Vocoder: Zynaptiq Orange Vocoder

Und der hervorragende Sound hat es natürlich auch in die V4 des Plugins geschafft. Hinzu kamen über die Jahre immer mehr Vocoder-Algorithmen und eine weiter ausdefinierte Soundengine, die ein sehr breites Klangspektrum abdecken: Von klassisch analog, bis modern experimentell. Der Orange Vocoder IV wäre meine Empfehlung für alle auf der Suche nach der Vocoder-Vollausstattung sind.

Der Funktionsumfang mag anfangs eventuell etwas überwältigen. Dafür bietet Zynaptiq aber eine große Auswahl an guten Presets an, bei denen man schnell das Passende findet. Und wem das nicht reicht, kann sich hier von einer geschickt programmierten Zufallsfunktion neue Inspirationen holen.

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iZotope VocalSynth 2

Preis: 220 € (aber häufig im Angebot für unter 100 €)
Konzept: Kreative Suite zur Vocal-Bearbeitung
Fazit: Ein flexibles Tool für alle, die nicht nur den klassischen Vocoder-Effekt suchen.

VocalSynth 2 von iZotope ist weit mehr als ein reines Vocoder Plugin, bringt aber mit dem Blockmodul „Vocoder“ auch hervorragende Vocoder-Sounds hervor. Im Vergleich mit anderen Vocoder VSTs wie etwa Waldorf Lector, ist der Funktionsumfang in diesem Bereich zwar eingeschränkter. Flexibilität liefert der VocalSynth 2 jedoch mit seinen anderen Blöcken mit. Dabei stellt er auch Werkzeuge zum kreativen Vocal-Processing bereit, die man bei den anderen Kandidaten nicht erhält.

iZotope VocalSynth 2: Das Kreativbundle zur Stimmenbearbeitung hat auch einen Vocoder
iZotope VocalSynth 2: Das Kreativbundle zur Stimmenbearbeitung hat auch einen Vocoder

Darunter zählen Sprachsynthese wie bei Speak & Spell-Computern aus den 70ern, Talkbox, natürliche Umformung der Stimme, oder Harmonizer. Dadurch lässt sich der VocalSynth 2 nicht nur für Vocoder-Aufgaben nutzen, sondern stellt ein komplettes Arsenal an außergewöhnlichen Vocal-Effekten bereit, die man woanders erst hinzukaufen müsste.

Da der iZotope VocalSynth 2 regelmäßig im Angebot ist, lohnt es sich zu warten und ihn für wenig Geld einfach als Zweiteffekt in der Plugin-Sammlung zu haben. Wer jedoch ausschließlich Vocodereffekte mit viel Eingriffsmöglichkeiten sucht, ist mit anderen Plugins wie dem Orange Vocoder 4 oder Waldorf Lector besser beraten.

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TAL-Vocoder: Vocoder VST Freeware

Preis: Freeware
Konzept: Vintage-Emulation
Fazit: Eine gute Alternative zum Softube Vocoder und ideal für erste Experimente, klanglich aber etwas eingeschränkt

Wer erstmal nur etwas probieren möchte, findet mit dem TAL-Vocoder ein ausgezeichnetes Vocoder VST, das zudem noch Freeware ist. Der Sound geht hier klar in die Vintage-Richtung. Das überrascht nicht, denn der TAL-Vocoder ist dem Sound von Vintage-Maschinen der frühen 1980er Jahren nachempfunden.

Mit der rudimentären internen Klangerzeugung kann man bereits viele der klassischen Vocoder-Sounds nachempfinden. Wer hier etwas weiter gehen möchte, kann die interne Klangerzeugung umgehen und über den Sidechain-Eingang auch andere Carriersignale verwenden.

Die Sprachverständlichkeit ist ok, wenngleich hier die elf Bänder im Vergleich nicht ganz so exakt abliefern, wie andere Vocoder Plugins. Etwas behelfen kann man sich, indem man dem internen Carriersignal mehr Harmonische hinzufügt, oder per „Ess“-Regler Plosivlaute und „S/Z“ mit Rauschen verstärkt.

▶▶▶ https://tal-software.com/products/tal-vocoder

Die besten Vocoder Plugins: Fazit

Bevor ihr euch die kostenpflichtigen Vocoder VSTs anseht, solltet ihr erst einmal mit Bordmitteln und Freeware experimentieren. Für viele Standards liefern diese bereits eine gute Basis. Was aber noch wichtiger ist: Ein guter Vocoder Sound entsteht zu einem großen Teil auch durch eine optimalen Aufarbeitung des Sprachsignals.

Von den hier vorgestellten wären meine persönlichen Favoriten der Orange Vocoder IV und Waldorf Lector. Denn obwohl Softube und Arturia spannende Vocoder liefern, wäre mir bei beiden der Funktionsumfang zu eingeschränkt, um den signifikanten Aufpreis gegenüber Freeware oder Bordmitteln zu rechtfertigen. Sowohl Zynaptiq als auch iZotope und Waldorf Music haben demgegenüber Synthesefabriken im Portfolio, die auch langfristig Spaß machen. Für welche Lösung ihr euch auch entscheidet: Viele der Plugins gibt es regelmäßig im Angebot. Warten lohnt sich!

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