Die besten Minimoog-PlugIns 2022: Moog-Clones als VST

Die besten Minimoog-Plugins

Voraussichtliche Lesedauer: 8 Minuten

Kaum ein Synthesizer ist so legendär wie der Minimoog. Der Synthbolide lieferte schon vor fünfzig Jahren fette Bässe, durchsetzungsfähige Leads und eine schnell begreifbare Oberfläche. Und so ist es kaum verwunderlich, dass es mittlerweile etliche Minimoog-Plugins gibt, die sich auf die Reproduktion dieses Sounds spezialisieren

Was macht den originalen Minimoog-Sound aus?

  • 3 Oszillatoren mit Dreieck, Sägezahn, verschiedene Puls-Schwingungen. OSC 3 kann als LFO geschaltet werden und die beiden Oszillatoren, sowie das Filter modulieren
  • 24 dB Filter mit Resonanz
  • 2 ADSR-Hüllkurven
  • Mixer mit Overdrive-Sättigung
  • Feedback, Audio In, und Noise

Auf den ersten Blick ist das also nicht so viel. Jedenfalls nicht, wenn man den Minimoog mit anderen Schlachtschiffen von heute verglicht. Dennoch, oder vielleicht genau aus dem Grund, schaffte es Moog, mit der perfekt aufeinander abgestimmten Kombination die Blaupause für etliche weitere Synths zu kreieren.

Denn nicht nur der Sound, sondern auch die intuitive Bedienung, haben maßgeblich zum Erfolg des Klassikers beigetragen. So simpel das Konzept auf den ersten Blick erscheint: Etliche Hersteller haben sich bereits die Zähne daran ausgebissen und sind auf halber Strecke gescheitert. Aber heute geht es um die Positivbeispiele.

u-he Diva: Hervorragender Moog-Sound, aber noch viel mehr

Und das Rennen eröffnet u-he Diva, ein Synthesizer-PlugIn, das mittlerweile selbst zu einem Studiostandard geworden ist. Neben anderen hochwertigen Emulationen von Synthgrößen liefert Diva einen richtig satten Moog-Sound, der auch bei intensiver Frequenzmodulation der Oszillatoren oder des Filters noch organisch analog bleibt. Und das ist eine Disziplin, bei der viele Mitbewerber aufgeben.

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U-He Diva hat auch eine sehr gute Minimoog-Emulation an Board. Hier im Video mit u-he Diva Presets für Ambient und Techno

Allerdings hat diese Authentizität auch ihren Preis. Je mehr Klanggüte man möchte, umso stärker ist auch der CPU-Verbrauch. Auf aktuellen Systemen bewegt sich das mittlerweile zwar echt noch im Rahmen. Als Diva erstmals angekündigt wurde, war der hohe CPU-Verbrauch aber schon ein Show-Stopper für einige Produzenten.

u-heDiva
Authentizitäts-Level8
PolyphonieBis zu 16
Erweiterte Routing-MöglichkeitenBegrenzte Modmatrix, aber Synthesekomponenten frei austauschbar
BesonderheitenWeitere Emulationen dabei, darunter MS20, Jupiter, Juno
Ressourcen-Verbrauchhoch
UnterstütztMac OS, Windows, Linux
u-he Diva Übersicht

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Softube Model 72: Minimoog-Plugin ohne Kompromisse

Das Plugin-Portfolio des schwedischen Unternehmens Softube umfasste über Jahre hochwertige Emulationen von Edel-Outboard-Equipment. Spätestens mit dem Softube Modular erweiterte Softube das Angebot um einen exzellenten Modular-Synthesizer. Mit der „Model“-Reihe werden nun Synthesizer-Klassiker auf PlugIn-Ebene geholt. Jetzt stellt sich die Frage, warum es denn noch mehr Emulationen auf einem ohnehin schon übersättigten Markt benötigt.

Minimoog-Clone von Softube: Der Model 72
Minimoog-Clone von Softube: Der Model 72

Wenn man das Minimoog-Plugin Model 72 dann aber im Einsatz hört, wird schnell klar, dass Softube diese Herausforderung sehr ernst nahm. Meiner Meinung nach ist der Model 72 der derzeit authentischste Software-Clone auf dem Markt. Fette Bässe, authentische Melodic-Techno-Leads, und eine organische Tiefe, die ihresgleichen sucht. Allerdings muss man hier mit vielen Einschränkungen des Originals leben. Zwar wurde der Model 72 um Velocity und ein paar andere Tweaks erweitert. Polyphonie sucht man hier ebenso vergebens wie erweiterte Routing-Möglichkeiten.

SoftubeModel 72
Authentizitäts-Level10
Polyphonie1
Erweiterte Routing-MöglichkeitenNein
BesonderheitenDoubler und Stereo-Spread
Ressourcen-Verbrauchhoch
UnterstütztMac OS, Windows, Linux
Softube Model 72 Übersicht

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Native Instruments Monark

Natürlich hat es sich auch Native Instruments nicht nehmen lassen, ihrerseits einen virtuellen Nachbau des Minimoog zu entwickeln. Hier sind zwar weder der Name noch das GUI ein klarer Indikator. Sound und struktureller Aufbau des PlugIns lassen aber keine Zweifel, wer hier das Vorbild war.

Minimoog-VST von Native Instruments: Monark
Minimoog-VST von Native Instruments: Monark

Und so überzeugt auch Monark durch einen erstaunlich fetten Sound, der aber bei höheren Resonanz- und Overdrive-Settings Schwächen zeigt. Dennoch kann man Monark gut einsetzen, sofern man den Minimoog-Sound nicht in allen Einstellungen zu 95 % auf den Punkt benötigt.

Native InstrumentsMonark
Authentizitäts-Level7
Polyphonie1
Erweiterte Routing-MöglichkeitenNein
BesonderheitenOSC-Drift etc kann dosiert werden
Ressourcen-VerbrauchModerat
UnterstütztMac OS, Windows, Linux
Native Instruments Monark Übersicht

Arturia Mini V: Minimoog expanded

Zwar wurde Mini V von Arturia bereits 2004 vorgestellt. Das Minimoog-Plugin der Franzosen hat aber durchaus aus heute noch seine Berechtigung. Denn einige Updates später bietet Mini V nicht nur einen soliden Sound, sondern auch etliche Zusatz-Features wie eine umfangreiche Modmatrix, Effekte, Motion Recorder oder Formant-Filter. Hinzu kommt noch ein moderater CPU-Verbrauch.

minimoog-plugin von Arturia: der Mini V
minimoog-plugin von Arturia: der Mini V MK 3

Allerdings darf man hier nicht die klangliche Authentizität eines Softube Model 72 erwarten. Wer aber ein flexibles VST Instrument mit Moog-Charakter sucht, sollte Mini V unbedingt mal ausprobieren. Zumal das PlugIn als Bestandteil der V-Collection von Arturia sicherlich vielen auch indirekt begegnen wird.

ArturiaMini V
Authentizitäts-Level5
Polyphoniebis zu 32 Stimmen
Erweiterte Routing-MöglichkeitenMod-Matrix, zusätzlicher LFO
BesonderheitenEffekte, Formantfilter, Motion Recorder
Ressourcen-Verbrauchmoderat
UnterstütztMac OS, Windows
Arturia Mini V Übersicht

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Cherry Audio Miniverse: Die Budget-Alternative

Mit dem Miniverse gibt es am Ende des Artikels der besten Minimoog-Plugins noch einen echten Budget-Tipp. Und so viel sei gesagt: Klanglich spielt der Miniverse ganz vorne mit und braucht sich auch vor deutlich teureren Varianten nicht zu verstecken.

Der rohe Charakter des Minimoogs wird hier sehr gut getroffen. Zusätzlich eröffnet einem die 16-stimmige Polyphonie auch Flächenwelten, was einigen anderen Minimoog-Emulationen in dieser Liste vorbehalten bleibt. Geradezu sensationell ist dann auch der geringe Ressourcen-Verbrauch von Miniverse. Hier muss man sich echt fragen, wie es Cherry Audio geschafft hat, soviel klangliche PS auf die Straße zu schicken.

Cherry AudioMiniverse
Authentizitäts-Level9
PolyphonieBis zu 16 Stimmen
Erweiterte Routing-MöglichkeitenNein
BesonderheitenMPE Support
Ressourcen-VerbrauchGering
UnterstütztMac OS, Windows, Linux
Cherry Audio Miniverse

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