Die besten Freeware Synthesizer für elektronische Musik

Freeware Synthesizer für elektronische Musik wie Techno, Ambient, House und Electronica

Beim Produzieren von Techno, House, Ambient und co. sind Synthesizer natürlich ein fester Bestandteil. Dank etlicher Freeware Synthesizer und günstiger Einsteiger-DAWs kann man sogar mit geringem Budget amtliche Tracks erstellen. In diesem Artikel zeigen wir eine Auswahl kostenloser Synth PlugIns, die auf keinem Rechner fehlen sollten.

U-He TyrellN6

Tyrell Nexus6 ist die (inoffizielle?) Vorlage des Deepmind von Behringer und dieser wiederum vom Sound her stark an den Roland 106 angelehnt. Die interne Klangerzeugung geht an vielen Stellen aber sinnvolle Schritte weiter als das Original aus den Achtzigern. Besonders gut finde ich die Einbindung von Cross- und Ringmodulation und den vollwertigen zweiten Oszillator.

Der Grundklang ist – was soll man von U-He auch anders erwarten – auch nach den Jahren immer noch hervorragend. Zumindest, wenn man den Sound des Juno 106 mag. Denn hier zeigt der TyrellN6 – ebenso der Deepmind – für mich eine Schwäche: Klar definierte, zackige Bässe mit viel Tiefenschub sind nicht ganz so einfach aus dem Synth herauszuholen. Für alles andere ist der Tyrell N6 ein toller Freeware-Synthesizer, der den Spagat zwischen Komplexität und guter Bedienung schafft.

Zur Webseite von Tyrell

Digital Suburban Dexed

Einer der Synthesizer, die Techno erheblich geprägt haben, war der DX7 von Yamaha. Glockige Texturen, gläserne Flächen, Effektsounds und knüppelnde Bässe sind sein Metier. Digital Suburban hat mit Dexed eine ziemlich gute Emulation des FM Synthesizers geschaffen, die zudem noch kostenlos ist. Wer zu viel Zeit hat, kann sich im Netz auf die Suche nach den zehntausenden Patches für den DX7 (TX7) machen. Denn Dexed ist in der Lage, dieses Format zu importieren.

Dexed hier herunterladen

Spitfire Audio Labs

Spitfire Audio ist bekannt für hochwertige Sample-Libraries für orchestrale Arrangements, Filmmusik und Ambient. Immer wieder entstehen aus den meist eher hochpreisigen Produkten kleine Nebenerzeugnisse, die das britische Unternehmen kostenlos unter der Rubrik LABS veröffentlicht. Von Streichern und verträumten Pianos, über Field Recordings, bis hin zu Walgesängen, aus denen ein Instrument entwickelt wurde.

Die LABS-Erzeugnisse bringen ihren eigenen VSTi-Sampleplayer gleicht mit. Dieser präsentiert sich schnörkellos ohne viel Möglichkeiten zum Sounddesign. Dafür sind die Sachen meistens auf den Punkt und liefern genau das, was man sich für seine Produktion erhofft. Der Fokus der LABS-Library liegt auf akustischen Instrumenten und Field Recordings, weshalb man hier gute Gegenpole zu ansonsten elektronischen Produktionen entdeckt. Meine Empfehlungen für den Einstieg sind das Soft Piano, Strings und das Granular Whalesong Lab. Am besten schaut ihr euch einfach auf der Seite um.

Die komplette Auswahl findet ihr auf der Webseite von Spitfire Audio

VCV Rack

Erste Gehversuche mit einem Modularsystem macht man am besten mit dem kostenlosen VCV Rack. Das virtuelle Euroack stellt eine breite Auswahl eigener Komponenten zur Verfügung und bildet bekannte Module nach, darunter Mutable Instruments, Befaco oder Synthesis Technology.

Da es sich hierbei um ein vollständiges Modularsystem handelt, das sich beliebig erweitern lässt, sind mit VCV Rack theoretisch komplette Track-Oroduktionen möglich. Zur Nachbearbeitung empfehle ich dennoch EQs, Kompressoren und Limiter zu verwenden.

Mit dem System lässt sich einiges anstellen. Vor allem ist es dann eine Empfehlung, wenn man sich für Eurorack interessiert, aber noch vor einer größeren Investition zurückschreckt. Schnell merkt man, ob diese Art der Klangerzeugung einen anspricht. Und falls das der Fall ist, könnte man direkt mit den realen Versionen der Software einsteigen.

VCV Rack gibt es hier

Full Bucket Music Fury-800: Korg Poly 800 als Freeware

Das kostenlose PlugIn Fury-800 nahm sich Korg’s Poly 800 Synthesizer zum Vorbild. In den 80ern auf den Markt gebracht, konnte der Poly 800 im Vergleich zu den Junos oder Jupitern eigentlich nie Kultstatus erlangen. Dabei ist der Synthesizer eigentlich gar nicht so verkehrt: 2 DCOs, LP-Filter mit Resonanz, Rauschen, drei Hüllkurvengeneratoren, ein LFO, selbst an einen Chorus wurde gedacht. Und für die stylische Bühnenperformance for den breitschultrigen Poppern hatte Korg dem Synth sogar noch eine Giutarrengurthalterung eingebaut.

Bis auf letztere findet sich alles auch in der Freeware-Version von Full Bucket Music. Sicherlich fällt einem der Poly-800 nicht als erstes ein, wenn man auf der Suche nach einem PlugIn für elektronische Musik ist. Wer 80er-Jahre Retrowave mag oder seinen Tracks ein wenig Boards-of-Canada-feeling verleihen möchte, sollte den Fury-800 unbedingt mal probieren. Leiernde VHS-Retropads und weiche Lead-Sounds lassen sich mit der Freeware ganz hervorragend umsetzen.

Den Fury-800 könnt ihr euch hier herunterladen. Wenn euch der Synth gefällt, freut sich der Entwickler über eine kleine Spende via PayPal.

Synth 1

Synth1 ist so etwas wie der Methusalem unter den Freeware-Synthesizern da draußen. Das mittlerweile fast 20 Jahre alte PlugIn klingt aber immer noch hervorragend, weshalb es in dieser Liste nicht fehlen darf. Angelehnt sind Sound und Struktur an den virtuell analogen Synthesizer Nordlead 2 von Clavia.

Klanglich eher auf der kühlen Seite, fügt sich der Synth1 hervorragend in bestehende Produktionen ein. Durch genau die richtige Anzahl an Parametern eignet er sich gleichermaßen für Einsteiger und Profis, die übersichtliches Sounddesign schätzen, aber gleichzeitig nicht auf Features wie FM und Ringmodulation verzichten wollen. Trotz seiner eher rudimentären Ausstattung lädt der interne Arpeggiator zum Experimentieren ein und hilft dabei, Bewegung in Leads und Bass-Sequenzen zu bringen.

Hier könnt ihr euch den Synth 1 herunterladen

MiniSpillage

In elektronischer Musik kann man nie genügend Kicks und Percussion-Elemente haben. Der für Mac OS erhältliche Drum Synthesizer MiniSpillage von AudioSpillage hat sich auf Kicks, hölzerne Percussions und HiHats spezialisiert. Die Oberfläche ist aufgeräumt und lädt zum Sounddesign ein. Klanglich würde ich den MiniSpillage eher in Richtung LoFi und (klassischem) Electro einordnen. Dank flexibler Klangerzeugung, intuitiver Bedienung und alternativem Sound sollte man sich den Freeware-Synthesizer aber unbedingt einmal ansehen, auch wenn man sich in anderen Genres bewegt.

Den Drumsynth MiniSpillage gibt es hier

Metric Halo Thump

Thump ist eigentlich kein Synthesizer im klassischen Sinn, sondern ein Tool, mit dem man beliebigem Signal zu mehr Low End verhilft. Dazu nutzt Thump zwei Oszillatoren, die der Tonhöhe und Lautstärke des Eingangsmaterials folgen. Besonders gute Ergebnisse erzielt man in Verbindung mit perkussiven Material und Kickdrums.

Thump gibt es hier

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