Modularsystem anschließen – Tutorial

Modularsystem anschließen

Ihr habt euch bereits das Zubehör wie Netzteil und Case fürs Modularsystem gekauft und eine Grundauswahl mit den wichtigsten Modulen getroffen. Nun wollt ihr die Module im Modularsystem anschließen, habt aber vielleicht noch ein paar Fragen. Dieser Artikel soll euch den Einstieg erleichtern.

Modularsystem anschließen: Grundsätzliche Dinge

Bevor ihr überhaupt irgendwelche Arbeiten an eurem System vornehmt, erst einmal die wichtigste Warnung. Sowohl Ein- als auch Ausbau von Modulen darf nur im ausgeschalteten Zustand und bei abgetrenntem Netzstecker passieren.

Zudem solltet ihr immer einen Moment warten, nachdem ihr das System ausgeschaltet habt. Denn in manchen Bauteilen kann noch Restenergie vorhanden sein, die euch einen mitgibt, wenn ihr daran arbeitet.

Gerade bei der Arbeit mit empfindlichen elektronischen Bauteilen solltet ihr euch zudem vorher erden, indem ihr beispielsweise einen Heizkörper anfasst. Empfehlenswert sind auch antistatische Matten. Vor allem im Winter kann es nämlich dazu kommen, dass ihr euch statisch aufladet und sich diese Energie dann in Form eines Funkens im System entlädt und dort Schaden anrichtet.

Ein Modul nach dem anderen

Beim Zusammenstellen eines Modularsystems gehe ich grundsätzlich so vor, dass ich jedes Modul einzeln einbaue, es teste, und dann im Anschluss das Prozedere mit dem nächsten Modul wiederhole. Zwischen den Schritten schalte ich das System aus und trenne die Stromverbindung.

Warum mache ich mir diesen zusätzlichen Aufwand? Dafür sprechen zwei gute Gründe: Einerseits vermeidet ihr so eine aufwändige Fehlersuche im Anschluss, sollte das Modularsystem nach eurer Zusammenstellung mal nicht vernünftig funktionieren. Andererseits verringert ihr dadurch die Chance, dass mehrere Module in Mitleidenschaft gezogen werden, falls ihr ein defektes Modul einbaut oder falsch anschließt.

Flachbandkabel im Modularsystem anschließen: Polarität beachten

Die Spannung wird im Modularsystem meistens über Bus-Platinen verteilt, in manchen Konfigurationen auch über Flying Bus Cables, bei denen die Anschlüsse entlang eines Flachbandkabels laufen.

Für welche Variante ihr euch auch entscheidet, wichtig ist dabei, dass ihr die Polarität beachtet. Ein verkehrt herum angeschlossenes Kabel kann schnell zu einem defekten Modul führen.

Die Polarität sieht man zum einen meist sowohl auf der Platine des Moduls als auch auf der Busplatine. Beim Anschluss müsst ihr also nur darauf achten, dass Minus zu Minus und Plus zu Plus geht. Mittlerweile hat es sich zum Glück durchgesetzt, dass der rote Streifen auf den Flachbandkabeln dem Minus-Pol entspricht. Trotzdem dürft ihr euch nicht darauf verlassen und solltet im Zweifelsfall immer die Bedienungsanleitung konsultieren.

Weitere Informationen zum BusBoard gibt es auf der Webseite von Doepfer.

Flachbandkabel: 10 Pin vs. 16 Pin

Während Bus-Platinen für Eurorack-Systeme eigentlich immer (jedenfalls sind mir keine anderen bekannt) Anschlüsse mit 16 Pins aufweisen, gibt es etliche Module, die auf ihrer Platine kleinere Stecker mit nur 10 Pins verwenden.

Die 10-Pin-Kabel übertragen keine Gate- und CV-Informationen, die vor allem bei Doepfer-Systemen häufig implementiert sind. Hier wird die Tonhöhe und Gate direkt über den Bus übertragen, ohne dass auf der Frontseite überhaupt gepatcht wurde. Nebenbei würde ich mir wünschen, dass sich dieses praktische Feature auch bei anderen Herstellern endlich mal als Standard durchsetzt. Denn dadurch kann man sich einiges an Kabelverbindungen sparen.

Eurorack Modularsystem anschließen - Flachbandkabel
16 Pin und 10 Pin Kabel

Umgekehrt führt das logischerweise auch dazu, dass ihr Module, die diesen Standard unterstützen immer auch mit entsprechenden 16 Pin Kabeln anschließen solltet. Die Stromversorgung findet zwar auch so statt, aber ihr verzichtet dann auf ein echt praktisches Feature.

Platzierung der Module

Auch wenn die meisten Netzteile mittlerweile gut abgeschirmt sein dürften, empfehle ich beim Einbau klangerzeugende Module im Gehäuse möglichst weit entfernt vom Netzteil zu platzieren. Dadurch verhindert oder zumindest minimiert ihr Störgeräusche, die in euren Signalpfad einstreuen. Den Platz um das Netzteil herum könnt ihr für CV-Quellen, Sequencer, MIDI-CV/Gates etc. nutzen. Also im Prinzip all das, was erstmal keinen Sound erzeugen soll.

Noch extremer kann es werden, wenn ihr einen Federhall in eurem Modularsystem nutzt. Denn die Metallfedern sind hervorragende Antennen, welche die Störfrequenzen des Netzteils förmlich einfangen und ins Audiosignal schicken. Ist das bei euch bereits der Fall, solltet ihr mal probieren, den Federhall entweder ganz aus dem System auszulagern oder zumindest maximal entfernt vom Netzteil einzubauen.

Gibt das Netzteil zusätzlich 5 Volt aus?

Manchmal passiert es, dass ein angeschlossenes Modul gar nicht oder nicht wie vorgesehen funktioniert. Dabei muss nicht immer ein Defekt vorliegen. Bevor ihr das Modul zurückschickt oder euch bei der Fehlersuche zu sehr in Details verliert, solltet ihr erstmal überprüfen, ob euer Netzteil auch zusätzlich +5 Volt zur Verfügung stellt.

Ein typisches Beispiel hierfür ist die Kombination aus Mutable Instruments Modulen und älteren Doepfer-Netzteilen. Mittlerweile sind die zusätzlichen +5 Volt zum Glück fast überall vorhanden, wenn ihr aber ein gebrauchtes System anschafft, solltet ihr diesen Aspekt auf dem Schirm haben.

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