Waldorf Kyra Tutorial – Sounddesign Tipps für den VA-Synth

Waldorf Kyra Sounddesign Tutorial

Waldorf hat mit dem Kyra einen virtuellen Synth im Angebot, der über achtfachen Multimode und 128 Stimmen verfügt. Hinzu kommt eine umfangreiche Effekt-Engine und ein riesiger Vorrat an digitalen Schwingungsformen als Ausgangsbasis in der Oszillatorebene. Wie ihr noch mehr aus dem Synth herausholt, erfahrt ihr in diesem Waldorf Kyra Tutorial.

Analoger Sound

Starten wir das Waldorf Kyra Tutorial gleich mit einem Tipp, wie ihr den mitunter etwas sterilen Sound noch analoger hinbekommt. Kyra ist ein guter virtuell analoger Synth, dem allerdings manchmal ein wenig analoge Ungenauigkeit fürs authentische Vintage-Feeling fehlt. Sequential hatte seinen analogen Synthesizern Sequential OB-6 und Prophet dafür extra eine Funktion eingebaut, die den ohnehin schon guten Sound unberechenbarer und damit noch lebendiger macht.

Diese Funktion können wir auch im Kyra nachzeichnen; und zwar mit der Funktion „Random per Note“, die ihr als Modulationsquelle in der Modulationsmatrix findet. Hiermit fügt ihr dem Modulationsziel ein Zufallselement hinzu, dessen Intensität ihr fein dosieren könnt. Falls ihr euch an den Sequential-Synths orientieren wollt, empfehle ich folgende Modulationsziele und Intensitäten für Random per Note: Osc Detune (+/- 10 bis 45), Filter Cutoff (5-10), Envelope Attack und Release (3-7), sowie Resonanz (3-10). Je höher die Werte, desto drastischer das Ergebnis.

LFOs synchronisieren

Kyra bietet recht flexible LFOs mit einer großen Auswahl an unterschiedlichen Schwingungsformen. Das ist für experimentelles Sounddesign eine großartige Spielwiese, allerdings hat die Sache einen Haken: Die Synchronisation zur MIDI Clock. Momentan ist es leider noch so, dass sich die LFOs nur eingeschränkt zur internen Clock synchronisieren lassen. Aber auch im Verbund mit externen Geräten ist die Umsetzung der Synchronisation alles andere als optimal.

Damit es trotzdem einigermaßen gut klappt und auch heftige Dub-Bässe oder Filtersequenzen auf den Punkt gelingen, empfehle ich folgende Einstellungen:

1. Den LFO in den Poly-Mode versetzen

Sobald der Polymode aktiviert wird, startet der LFO bei jedem Tastenanschlag neu und fährt die Schwingung von vorne, bzw. ab der eingestellten Phasenlage durch. Aus irgendeinem Grund ist der Reset nur im Polymode möglich, was bei Flächen und anderen polyphonen Sounds dann nur semi-optimal funktioniert. Es sei denn, ihr erwischt alle Noten eurer Akkorde exakt zum gleichen Zeitpunkt. Zumindest für monophone Leads, Drones und Bässe ist das aber eine gute Alternative.

2. Clock-Teiler

Bei den ersten beiden LFOs auf der zweiten Menüseite versteckt findet sich dann noch die Möglichkeit, den LFO zur externen MIDI-Clock zu synchronisieren. Warum der Kyra das nicht intern anbietet, um etwa die LFOs und den Arpeggiator einfach zueinander zu synchronisieren, weiß nur Waldorf selbst.

Phaser synchron zur MIDI-Clock

Zwar besitzt der Kyra einen gut klingenden Phaser. Wenn man die Modulation aber zur MIDI-Clock synchronisieren möchte, stößt man hier leider wieder an die Grenzen des VA-Synths. Mit folgendem Trick könnt ihr ein ähnliches Klangergebnis erzielen und den improvisierten Phaser zur MIDI-Clock takten.

Hierfür geht ihr in die Modulkationsmatrix des Synthesizers und wählt als Modulationsquelle einen der drei LFOs aus. Anschließend wählt ihr als Ziel die Frequenz des Mid-EQs aus der Effektsektion. Mit der Modulationsintensität bestimmt ihr nun, wie groß das Frequenzband ist, das während der Modulation durchfahren wird.

Damit ihr den Effekt hören könnt, müsst ihr allerdings noch das Mittenband aktivieren. Dazu geht ihr in die Effektsektion, zieht das Gain des Mittenbands auf 7-15db hoch und stellt die Güte (Resonanz) des Frequenzbands relativ schmalbandig ein.

Generelle Tipps für einen homogeneren Sound im Mix

Der letzte Tipp in diesem Waldorf Kyra Tutorial widmet sich der Vorbereitung fürs Mixing. Kyra besitzt einen recht obertonreichen Grundsound mit manchmal leider etwas verwaschenen Mitten. Um diesen dominanten Bereich etwas zu zähmen, setze ich bei fast allen Sounds gerne den internen EQ zur Anpassung ein. Empfehlenswert ist es, die unteren Mitten bei 250-400 Hz um 3-6 dB abzusenken, um einen transparenteren Sound zu erhalten.

Bei Flächen wiederum nutze ich gerne den Low Shelf und setze diesen ziemlich weit oben an, je nach Sound erst ab 350 Hz, um die Bassdominanz und unteren Mitten zu zähmen. Gerade, wenn man die fantastischen Layering-Möglichkeiten des Kyra nutzt um hybride Flächen zu bauen, ist diese Entschlackungskur fast Pflicht. Aber auch Kombinationen aus Flächen und Arpeggios profitieren von dieser Technik.

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