Techno produzieren für Einsteiger: Diese 6 Dinge braucht man wirklich

Techno produzieren für Einsteiger: Diese sechs Dinge braucht man wirklich

Wenn man elektronische Musik produzieren möchte, aber noch ganz am Anfang steht, stellt man sich wahrscheinlich die Frage, welches Equipment man zum Techno produzieren wirklich benötigt. Selbst wenn die Synthesizerburgen und vollgestopften Racks mancher Studiofotos von einigen Künstlern auf den ersten Blick beeindrucken, sollte man sich hiervon nicht abschrekcen lassen. Denn gute Tracks kann man auch mit deutlich weniger produzieren. Was ihr für den Einstieg wirklich benötigt, zeigt euch dieser Artikel.

Computer

Da heutzutage in nahezu jedem Haushalt ein Computer vorhanden ist, sollte diese Anschaffung zumindest keine Hürde sein. Wichtig ist natürlich, dass der Computer eingiermaßen Leistungsreserven bereitstellt. Aber ihr müsst auch nicht zwingend das allerneuste High-End-Modell im Studio haben, um anständig Musik zu machen.

Die Frage nach Mac oder PC lasse ich unbeantwortet, da man mit beiden Systemen problemlos zum Ziel kommt. Hier spielt eher eine Rolle, welche DAW für elektronische Musik ihr nutzen wollt, was euer Budget hergibt und mit welchem Betriebssystem ihr besser klarkommt.

Sobald ihr den Rechner startklar und euch für eine DAW entschieden habt, empfehle ich als nächste Anschaffungen eine Soundkarte (Audio Interface), einen MIDI-Controller, sowie Studiomonitore und Kopfhörer.

Welche DAW für elektronische Musik? Die besten Musikprogramme

Audio Interface

In der Anfangszeit könnt ihr eure ersten musikalischen Schritte problemlos mit der internen Soundkarte eures Computers und der DAW machen. Für Windows-Computer empfehle ich euch den kostenlosen Asio4all-Treiber, der eurer internen Soundkarte noch einen Turbo mitgibt. Sobald ihr mehrere virtuelle Klangerzeuger nutzt oder in Echtzeit Parameter verändern wollt, solltet ihr aber über ein Audio Interface nachdenken.

Die für Musikanwendungen optimierten Audiointerfaces bieten fast immer bessere Latenzwerte. Vereinfacht gesagt beschreibt Latenz die Zeit, die zwischen dem Spielen einer Taste und dem Ertönen eines Klangs liegt. Je größer die Latenz ist umso größer die Pause.

Elektronische Musik produzieren - das sind die besten Audio Interfaces für Techno, Ambient, House und co
Audio Interface

Gute Soundkarten gibt es bereits für um die 100 €, aber die Auswahl ist in diesem Markt mittlerweile gigantisch. Wenn ihr tiefer in das Thema einsteigen wollt, empfehle ich euch den Artkel „die besten Audio-Interfaces für elektronische Musik„. Neben einem Anforderungskatalog gebe ich hier auch Kaufempfehlungen für unterschiedliche Studiogrößen – und Anwendungen.

Welches Audio Interface für elektronische Musik?

USB Hub für Audio Interfaces und Synthesizer: Die besten Modelle

Studiomonitore und / oder Studiokopfhörer

Als nächste große Anschaffung stehen Studiomonitore oder Studiokopfhörer an. Damit ihr eure Tracks auch zielführend beurteilen könnt, benötigt ihr das richtige Werkzeug. HiFi-Boxen und -Kopfhörer haben häufig das Ziel, Audiosignale schöner klingen zu lassen als sie in Wirklichkeit sind. Dazu gehört in der Regel ein überbetonter Bassbereich und eine Anhebung der Höhen.

Genau das ist allerdings Gift, wenn ihr eure Musik neutral abhören wollt. Diese Neutralität ist wichtig, damit euer Mix auch überall funktioniert: Vom iPhone-Lautsprecher bis hin zur großen PA im Club.

Studiokopfhörer für Techno, Ambient und House: Die besten Modelle
Studiokopfhörer

Professionelle Studiomonitore und Kopfhörer springen in genau diese Nische und bieten euch einen möglichst neutralen Klang. Je nach Budget, Bauform und Ausstattung – nicht zuletzt auch durch den Raum – sind der Neutralität allerdings immer Grenzen gesetzt. Hierbei ist es also wichtig, dass ihr auf eine Lösung setzt, die euch gefällt und zu eurem Raum passt. In einem 9-Quadratmeter-Studio ist es zum Beispiel nicht sinnvoll, sich ein großes 3-Wege-Mittelfeld-System inklusive riesigem Subwoofer anzuschaffen. Dessen Bässe werden eure Nachbarn drei Wohnungen weiter beglücken, aber ihr werdet davon kaum etwas mitbekommen.

Wenn ihr in diese Themen tiefer einsteigen wollt, empfehle ich euch die folgenden zwei Artikel. Neben konkreten Kaufempfehlungen geben euch beide interessante Einblicke, worauf man jeweils beim Kauf achten sollte.

Die besten Studiomonitore für elektronische Musik

Studiokopfhörer für elektronische Musik: die besten Kopfhörer für Techno

MIDI-Controller

Neben externen Klangerzeugern gehört für mich auch der MIDI-Controller eher zu den „Nice-to-haves“ und sollte bei schmalem Budget in der Prioliste eher hinten stehen. Nichtsdestotrotz kann ein MIDI-Controller ein echter Gamechanger im Studio sein, wenn es um optimalen Workflow geht. Gerade bei der Haptik macht es noch einmal einen riesen Unterschied, ob ihr Regler mit der Mouse bedient oder direkt über die Regler eines MIDI-Controllers. Vom Einspielen von Melodien mit einer vernünftigen Tastatur ganz zu schweigen.

Die besten Controller für Ableton Live
MIDI-Controller

Am besten sucht ihr euch einen MIDI-Controller, der von eurer DAW direkt unterstützt wird. Dadurch erspart ihr euch umständliche manuelle Zuweisungen und könnt direkt loslegen. Achtet beim Kauf ebenfalls darauf, ob der MIDI-Controller bereits an eure Lieblings-PlugIns angepasst ist. Auch das nimmt euch im Studioeinsatz viel Arbeit ab.

Die besten MIDI Controller für Ableton Live – Übersicht

MIDI Controller für FL Studio: Die besten Modelle für elektronische Musik

Externe Klangerzeuger

Als letzten Punkt in dieser Liste habe ich noch externe Klangerzeuger aufgeführt. Tatsächlich ist es gar nicht so wichtig, Hardware-Varianten von Synthesizern, Grooveboxen, Sampler und Co. im Studio zu haben. Professionelle Tracks bekommt ihr auch ohne externe Instrumente hin. Und so würde ich immer erst zu besseren Monitor- und Kopfhörerlösungen raten, wenn das Budget knapp ist.

Die besten Bass Synthesizer für elektronische Musik
Hardware-Synthesizer

Andererseits verstehe ich auch, dass externe Klangerzeuger mit das spannendste Thema für viele ambitionierte Produzenten sein dürfte. Im Endeffekt ist es doch ein ganz anderes Feeling, ob man live an den Geräten schraubt, oder deren virtuelles Pendant mit der Mouse programmiert. Zum Glück gibt es mittlerweile auch eine Menge günstiger Alternativen in diesem Bereich, die auch echt gut sind. Trotzdem möchte ich dem Vorurteil ganz entschieden widersprechen, dass man nur mit analoger Hardware etc. gute Tracks produzieren kann. Oder mit anderen Worten: Wer es mit Software nicht schafft, wird mit Hardware kaum bessere Ergebnisse erzielen.

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Groovebox für Techno, Ambient und House: Die besten Modelle

Techno produzieren für Einsteiger – diese 6 Dinge braucht man wirklich: Fazit

Ich hoffe, dass dieser Artikel euch dabei geholfen hat herauszufinden, was man wirklich zum Produzieren von elektronischer Musik braucht. Viel ist am Ende nicht nötig, um wirklich gut klingende Tracks zu erstellen. Manchmal ist es auch eher der Unwille, sich intensiv mit den vorhandenen Mitteln zu beschäftigen. Am Equipment sollte es jedenfalls nicht liegen.

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