Behringer Synthesizer 2022: Übersicht und Vergleich

Behringer Synthesizer Übersicht

Voraussichtliche Lesedauer: 34 Minuten

Mittlerweile ist das Portfolio an Behringer Synthesizern auf ein beachtliches Ausmaß angewachsen. Und nahezu im Monatsturnus stellt das Unternehmen neue Ideen und Konzepte vor. Zeit, etwas Licht ins Dunkle zu bringen. In dieser Übersicht werde ich mich allerdings nur auf Behringer Synths konzentrieren, die es tatsächlich in die Läden geschafft haben. Produktankündigungen werden also erst dann aufgenommen, wenn sie de facto erhältlich sind.

Zudem limitiere ich mich auf polyfone (parafone) Synthesizer und andererseits auf Mono-Synths. Die Behringer Modularsysteme kommen dann in einem späteren Artikel.

Polyfone und parafone Behringer Synthesizer

Und wir starten die Übersicht gleich mit den poly- und parafonen Synths. Dieser Bereich wird sukzessive erweitert, sobald auch die lang angekündigten Modelle UB-XA, Clones des CS-80, PPG Wave, und viele andere mehr erhältlich sind.

Deepmind 6, 12 , 12R

Der Deepmind war der erste vollwertige kommerziell erhältliche Synthesizer von Behringer. Klanglich hat man sich unter anderem den Roland Juno 106 als Vorbild genommen. Und wenn man sich auf die Basics beschränkt, kann man dem Deepmind auch durchaus Roland-Charakter nachsagen.

Inspiriert vom Roland Juno 106 geht der Deepmind noch ein gutes Stück weiter
Inspiriert vom Roland Juno 106 geht der Deepmind noch ein gutes Stück weiter

Allerdings geht der Deepmind mit seiner umfangreichen Ausstattung und Effektabteilung deutlich weiter. Um das volle Potential auszuschöpfen, sollte man tief in die Untermenüs abtauchen. Denn sobald man die Modmatrix und nahezu modulare Effektabteilung erforscht, steht man fast vor einem speicherbaren Modularsystem: und das polyfon!

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Behringer Deepmind Presets für Ambient und Techno: Demovideo

Den leicht lieblichen Klangcharakter des Deepmind kann man mögen oder hassen. Aber man kann Behringer nicht absprechen, mit dem Deepmind einen durchdachten Synthesizer mit sensationellem Preis-Leistungsverhältnis veröffentlicht zu haben.

Behringer Deepmind Übersicht

KonzeptPolyfoner Analogsynth mit 6 (DM6) bzw. 12 (DM12 / DM12R) Stimmen
Orientiert sich anRoland Juno 106
OSC2 (Saw / Puls mit PWM), Sync, Noise
Filter12/24dB Lowpass mit Resonanz, HiPass
LFOs / Env2 LFOs (Sin, Tri, Puls, up/down Saw,S&H, Noise), 3 ADSR Hüllkurven
Arp oder SequencerSehr umfangreicher Arpeggiator- und 32-Step Sequencer
Effektsektion
Umfangreich prammierbare Digitaleffekte von TC Electronic
KlangcharakterIn der Tradition des Juno 106 ist der Deepmind eher zahm
Gut fürWeiche Pads, Synthpop-Leads, experimentelle Sounds über die Modmatrix
Behringer Deepmind Übersicht
  • Behringer DeepMind 12
    Behringer DeepMind 12
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  • Behringer DeepMind 6
    Behringer DeepMind 6
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  • Behringer DeepMind 12D
    Behringer DeepMind 12D
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Behringer MonoPoly

Neben dem Poly-D hat Behringer mit dem MonoPoly einen weiteren parafonen Synth im Rennen. Hierbei handelt es sich nicht um eine freie Interpretation, sondern um den optischen und klanglichen Nachbau eines echten Klassikers: den Korg MonoPoly.

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Behringer MonoPoly Demovideo

Allerdings ist auch Behringers MonoPoly wie das Original „nur“ vierfach parafon. Das bedeutet, dass die vier Oszillatoren zwar polyfon als Akkorde gespielt werden können. Spätestens beim Filter und den Modulationen teilen sich aber alle Oszillatoren die selbe Baugruppe.

Behringer MonoPoly ist ein Clone des Korg MonoPoly
Behringer MonoPoly ist ein Clone des Korg MonoPoly

Klanglich kommt der MonoPoly in den Mitten und im Bass etwas definierter um die Ecke als der Poly-D. Gleichzeitig reichen seine Features noch einmal deutlich weiter. Durch XMOD, Sync und FM gelingen auch experimentelle Sounds. Besonders gelungen ist das in Kombination mit dem Arpeggiator. Die aufgebrochenen Akkorde spielen dann alle Oszillatoren nacheinander durch, was je nach Setting wunderbar subtile oder krasse klangliche Änderungen mit sich bring. Selbst Pausen lassen sich simulieren, indem man einfach den entsprechenden Oszillator stumm dreht.

Behringer MonoPoly Übersicht

Konzept4-fach parafoner Analogsynthesizer mit umfangreichen Sounddesign-Möglichkeiten
Orientiert sich anKorg MonoPoly
OSC4 x VCOs (Tri, Saw, Pulse, PWM)
Filter24 dB Lowpass mit Resonanz
LFOs / Env2 x LFOs & 2 x ADSR-Hüllkurven (Filter / AMP)
Arp oder SequencerArpeggiator
Effektsektion
Sync, FM und X-Mod werden hier als „Effekt“ bezeichnet
KlangcharakterWeniger fett, dafür obertonreicher als der Poly-D, aber immer noch vintage.
Gut fürBässe und experimentelle Leads (IDM & Ambient), Detroit-Chords, abwechslungsreiche Arpeggiator-Plucks
Behringer MonoPoly Übersicht
  • Behringer MonoPoly
    Behringer MonoPoly
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Poly-D

Beim Behringer Poly-D handelt es sich um einen parafonen Analogsynthesizer, der stark in der Tradition eines Minimoog steht. Zusätzlich zu dessen typischer Klangerzeugung wurde der Poly-D aber ein Stück aufgebohrt. Neben einem vierten Oszillator, durch den auch die vierfache Parafonie ermöglicht wird, findet sich hier ein LFO, sowie ein 32-Step-Sequenzer und eine rudimentäre Effektabteilung. Diese beherbergt analoges Distortion und einen BBD-Chorus, der an Rolands Juno-Chorus angeleht ist.

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Behringer Poly-D Demovideo

Die Effektabteilung ist nicht weiter spektakulär, aber rein klanglich weiß der Behringer Poly-D zu überzeugen. Fette Bässe, Leads und simple Stringsounds und Pads entstehen hier im Handumdrehen. Die Verarbeitung geht absolut in Ordnung und über die Tastatur ist der Poly-D sogar anschlagdynamisch spielbar, sofern man eine Kabelverbindung über die Rückseite herstellt.

Behringer Poly-D
Behringer Poly-D

Behringer Poly-D Übersicht

KonzeptAufgebohrter Minimoog-Clone, vierfach parafon
Orientiert sich anMinimoog
OSC4 x VCOs (Tri, TriSaw, Saw up/down, 3 x Rechteck mit unterschiedlicher Pulspreite), Noise
Filter24dB Ladder-Filter mit Resonanz, umschaltbar auf Hochpass
LFOs / Env1 x LFO (Tri / Pulse), 2 x ADS-Hüllkurven (mit schaltbarem Release)
Arp oder SequencerArpeggiator und 32 Step-Sequencer
Effektsektion
BBD-Chorus und Distortion
KlangcharakterMoog Minimoog, Retro
Gut fürFette Bässe und Melodic Techno Leads, Stringmachine-Sounds, Arpeggiator-Plucks
Behringer Poly-D Übersicht
  • Behringer Poly D
    Behringer Poly D
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Behringer Vocoder VC340

Ebenfalls an ein Original angelehnt ist der Behringer Vocoder VC340. Im Gegensatz zu den bisherigen Polysynths ist der VC340 aber ein Hybrid aus Vocoder und String-/Choir-Ensemble. Als Vorlage diente der Roland VP330 Plus, der es seit seiner Markteinführung im Jahr 1979 in etliche Produktionen geschafft hat.

Behringer Vocoder VC-340 bringt synthetische Strings, Chöre und natürlich Vocoder-Sounds
Behringer Vocoder VC-340 erzeugt synthetische Strings, Chöre und natürlich Vocoder-Sounds

Der markant weiche Vocodersound überzeugt zwar nicht durch seine Sprachverständlichkeit. Aber für smoothe Air-Vocoder-Chöre ist der VC340 die ideale Besetzung. Auch die Strings und Synthchöre überzeugen weder durch Authentizität noch durch flexibles Sounddesign. Hier ist es eher der charmant kratzige Retrosound, der sich trotz des sperrigen Charakters gut in den Mix einfügt.

Behringer VC340 Übersicht

KonzeptAnaloger Vocoder / String Machine
Orientiert sich anRoland VP330 Plus
OSC„Human Voice“ (Male und Female) und „Strings“, mischbar für klassische Streicher- und Chor-Sounds
FilterVocoder mit 10 BPF-Bändern
LFOs / Env1 x LFO für Vibrato
Arp oder Sequencer
EffektsektionBBD-Chorus
KlangcharakterViel Retrocharme, mittig, leicht kratzig in den Höhen.
Gut fürRetro-Strings, Synthchöre und natürlich Vocoder-Sounds
Behringer VC340 Übersicht
  • Behringer Vocoder VC340
    Behringer Vocoder VC340
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Monofone Behringer Synthesizer

Und damit kommen wir zu den mono-(duo-)fonen Synths. Hier hat Behringer in den letzten Jahren eine beachtliche Auswahl zusammengestellt. Darunter befinden sich gute Nachbauten von Klassikern, aber auch ein paar Neukreationen.

Behringer 2600

Wahrscheinlich gehörte der 2600 zu einem der am meisten herbeigesehnten Behringer Synths. Hierbei handelt es sich um einen semimodularen Synth, der stark an den Arp 2600 angelehnt ist. Dank etlicher Patchpunkte, drei Oszillatoren, kräftigen Filtern, und vielem mehr ist er der perfekte Synthesizer für alle, die tief ins Sounddesign mit dem Behringer 2600 einsteigen wollen.

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Behringer 2600 Demovideo

Allerdings muss man sich schon einige Zeit mit dem 2600 beschäftigen. Denn einige Wege sind hier anfangs etwas unintuitiv. Vor allem, wenn man etwa mit dem Moog- oder Roland-Workflow vertraut ist. Zudem überfordert der Funktionsumfang gerade Einsteiger gerne mal.

Trotzdem lohnt es sich. Denn der Behringer 2600 liefert einen herrlich kräftigen Analogsound, der sich gut im Mix durchsetzt. Insgesamt kommt er schneidender daher als etwa Moog oder Roland, aber das kann auch ein spannender Kontrastpunkt sein.

Behringer 2600 in der Ursprungsversion
Behringer 2600 in der Ursprungsversion

Meine Empfehlung ist, sich den 2600 als Grey Meanie oder Blue Marvin zu holen. Der analoge Federhall und das minimalere Design (Geschmackssache) sind den geringen Aufpreis sicherlich Wert.

Behringer 2600 Übersicht

KonzeptSemimodularer Analogsynth mit weitreichenden Patchmöglichkeiten
Orientiert sich anArp 2600
OSC3 VCOs (Dreieck, Sägezahn, Sinus und Puls) mit RM & Sync, Noise
FilterUmschaltbares LP-Filter mit zwei Varianten
LFOs / Env1 x LFO (Dreieck, Puls), 1 x AR, 1 x ADSR, S&H, Env-Follower
Arp oder Sequencer
EffektsektionDigitaler (Standardversion) bzw. analoger Federhall (Grey Meanie / Blue Marvin)
KlangcharakterVon böse bis lieb, warm bis metallisch kalt: Der 2600 deckt ein großes Spektrum ab
Gut fürBässe, Leads, Drones, Experimentelle Sounds, Percussions, und generative Patches
Behringer 2600 Übersicht
  • Behringer 2600
    Behringer 2600
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  • Behringer 2600 Gray Meanie
    Behringer 2600 Gray Meanie
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Behringer Cat

Beim Cat hat Behringer den Clone eines Clones geklont. Denn ursprünglich sorgte auch „The Cat“ vom Hersteller Octave für Streit mit ARP, da sich dieser maßgeblich vom Odyssey inspirieren ließ. Vermutlich konnte man in der Entwicklungsabteilung von Behringer deshalb hier gleich Zeit sparen. Schließlich war der Odyssey ebenfalls bereits im Portfolio.

Und so gibt es beim Cat und Odyssey auch einige klangliche Überschneidungen, wenngleich beim Cat die mischbaren Oszillator-Ausgänge plus Suoboszillator noch einmal mehr Tiefenschub erzeugen. Ob das eine zusätzliche Anschaffung rechtfertigt, muss jeder für sich entscheiden.

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Behringer Cat Demovideo

Der Cat kommt im typischen Behringer Desktopformat daher, ließe sich also auch problemlos im Eurorack-Modularsystem einbauen. Allerdings gibt es hier weder Sequencer noch Arpeggiator, oder eine Effektabteilung. Trotzdem erzeugt der Cat einen spannenden rohen Analogsound, der gerade im Bassbereich überzeugend abliefert.

Behringer Cat Übersicht

KonzeptDuofon spielbarer Analogsynth mit umfangreichen Routingmöglichkeiten
Orientiert sich anOctave The CAT, der sich wiederum vom ARP Odyssey inspirieren ließ
OSC2 x VCOs (SAW, Tri, Puls) mit Sync, mischbaren Ausgängen und 2 x Suboszillatoren
Filter24 dB Lowpass
LFOs / Env1 x LFO (Sin, Puls, S&H), 1 x ADSR, 1 x AR
Arp oder Sequencer
Effektsektion
KlangcharakterGeht in Richtung Arp, also eher roh und aggressiv
Gut fürSehr fette Bässe, Retroleads, aber auch experimentelle Sounds dank Mod-Routings
Behringer CAT Übersicht
  • Behringer CAT
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Behringer Crave

Ebenfalls semimodular aber deutlich kompakter als der Neutron, ist auch der Crave eine Neukreation. Die nachgesagte Nähe zum Moog Mother 32 ist hier weitestgehend konzeptionell. Denn auch wenn es hier und da Überschneidungen gibt, sind beide Modelle klanglich doch recht weit voneinander entfernt.

Mit seinem Prophet-VCO und 24dB Tiefpassfilter liefert der Behringer Crave kräftige Bässe und Leads mit Punch, obwohl er nur über einen VCO verfügt. Mit etwas Patching kann man allerdings auch den LFO als Zweitoszillator verwenden, der dabei recht gut der Tonhöhe folgt.

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Behringer Crave Demovideo

Dank seines runden Sounds, kombiniert mit Sequencer und Patchmöglichkeiten ist der Crave eine echte Empfehlung, und das nicht nur als Synthesizer für schmale Budgets. Hier geht es zum Behringer Crave Test.

Behringer Crave Übersicht

KonzeptSemimodularer Desktopsynth mit Sequencer
orientiert sich anStrukturell Moog Mother 32, geht klanglich aber andere Wege
OSC1 x CEM 3340 VCO (umschaltbar Saw / Rechteck mit PWM), Noise
Filter24dB Prophet-Filter
LFOs / Env1 (Tri / Puls)
Arp oder Sequencer32 Step-Sequencer & simpler Arpeggiator
Effektsektion
KlangcharakterRund und kraftvoll, aber nicht zu dominant. Durch klare Höhen eher etwas moderner im Sound.
Gut fürBässe, Drums, Leads und Effektsounds
Behringer Crave Übersicht
  • Behringer Crave
    Behringer Crave
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Behringer K-2: Der MS-20 Clone

Als Clone des semimodularen Korg MS-20 schickt Behringer den K-2 ins Rennen. Mit zwei Oszillatoren, Hoch- und Tiefpassfilter, sowie einer umfangreich ausgestatten Patchmatrix lädt der Behringer K-2 zum Experimentieren ein. Und dabei liefert er einen herrlich eigenwilligen Klang, den man als mittig-roh, aggressiv oder knarzig bezeichnen kann.

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Behringer K-2 Demovideo


Kurioserweise ist der K-2 noch ein gutes Stück näher am Originalsound dran, als der noch erhältliche MS-20 mini aus dem Hause Korg. Allerdings fehlt auch dem K-2 noch ein letztes Stück Knurrigkeit im Vergleich zum Vintage-Original. Das fällt besonders dann auf, wenn man Ringmodulator und hohe Resonanz-Settings bei beiden Filtern (HP/LP) miteinander kombiniert. Dafür muss man entweder nach einem Original Ausschau halten, oder einen Korg MS-20 FS ergattern. Der meistert auch diese Disziplinen mit Bravour.

Trotzdem ist der K-2 mit einem Preis von rund 300 € eine Empfehlung für Industrial-Fans, oder Techno-Produzenten, die ihren Tracks aggressive Charakternoten verpassen wollen. Mehr Infos gibt es im Behringer K-2 Test.

Behringer K-2 Übersicht

KonzeptSemimodularer Analogsynth
Orientiert sich anKorg MS-20
OSC2 x VCOs (Saw, Tri, Puls, Ringmod, Noise)
FilterBeide Versionen des MS-20-Filters (umschaltbar)
LFOs / Env1 x LFO (Saw / Puls), 1 x AR Env, 1 x AHDSR
Arp oder Sequencer
Effektsektion
KlangcharakterKurrig aggressiv, knarzig, mittenbetont
Gut fürKreischende Leads, runde Pulsbässe, Acid-Lines, experimentelle Sounds
Behringer K2 Übersicht

Behringer Model D

Model D war Behringers erster monofoner Direktnachbau der auf den Markt kam. Hierbei handelt es sich, wie es Name und Aufbau deutlich vermuten lassen, um einen günstigen Minimoog Model D Clone. Zwar muss man auf die Tastatur und das imposante Erscheinungsbild eines echten Minimoog verzichten.

Der Klang des Model D überzeugt dafür umso mehr. Denn dieser kleine Desktopsynth liefert voluminöse Bässe, typische Moogleads und alles, wofür auch das Original bekannt ist. Insgesamt muss man ihn etwas zähmen, damit er sich gut in den Mix einfügt. Aber das gelingt schnell, wenn man es mit den Lautstärken der Oszillatoren nicht übertreibt.

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Behringer Model-D Demovideo

Wer also schon immer auf einen Originalmoog geschielt hat, aber nicht die nötigen finanziellen Mittel besitzt, kann hier zugreifen. Die meisten Sounds des Originals deckt der Model D ziemlich gut ab und kostet dabei nur einen Bruchteil.

Behringer Model-D Übersicht

KonzeptAnaloger Desktopsynth
Orientiert sich anMoog Minimoog D
OSC3 x VCO (Tri, TriSaw, Saw up/down, 3 x Rechteck mit unterschiedlicher Pulspreite), plus Noise
Filter24dB Ladder / Hochpass ohne Resonanz
LFOs / Env1 x LFO (Sin, Puls), 2 x AD/R mit Sustain
Arp oder Sequencer
Effektsektion
KlangcharakterMoog
Gut fürBässe, Melodic Techno Leads & alles andere, wofür der Minimoog berühmt ist
Behringer Model D Übersicht
  • Behringer Model D
    Behringer Model D
    298 €iWir verlinken auf unseren Partner Thomann, von dem wir bei Kauf eines Produktes ggf. eine Vergütung erhaltenJetzt kaufen

Behringer MS-1

Der MS-1 ist dem SH-101 von Roland nachempfunden. Optisch sind zwar viele Parallelen zum Original erkennbar. Aber bei der Authentizität hat der SH-01a aus dem Hause Roland die Nase vorn.

Behringer MS-1 ist in mehreren Farben erhältlich (hier die schwarze Version)
Behringer MS-1 ist in mehreren Farben erhältlich (hier die schwarze Version)

Damit soll nicht gesagt werden, dass der MS-1 schlecht klingt. Ganz im Gegenteil. Und wer auf eine Tastatur und normalgroße Bedienelemente Wert legt, liegt mit diesem Behringer Synthesizer nicht verkehrt. Wer aber das letzte Quäntchen SH-101-Sound sucht, ist mit dem Roland SH-01a – oder natürlich dem Original – besser beraten.

Denn der SH-01a liefert den breiten Sweet Spot mit dem melancholisch runden Grundsound, der durch die dominanteren Höhen des MS-1 etwas verloren geht. Aber nur um das klarzustellen: Es handelt sich hierbei um Nuancen. Insgesamt liefert der Behringer MS-1 zu dem Preis schon ein gutes Gesamtpaket.

Behringer MS-1 Übersicht

KonzeptMonofoner Analogsynth mit Tastatur
Orientiert sich anRoland SH-101
OSC1 x VCO mit mischbaren Ausgängen und Suboszillator
Filter24dB LP mit Resonanz
LFOs / Env1 x LFO, 1 x ADSR / Gate
Arp oder SequencerArp & Sequencer
Effektsektion
KlangcharakterEtwas höhenbetonter als das Original, dadurch leicht aggressiver
Gut fürBässe, Acid-Lines, smoothe Leads
Behringer MS-1 Übersicht

Neutron

Wenige Zeit nach der Markteinführung des Deepmind erblickte der Neutron das Licht der Welt: ein semimodularer Desktopsynth mit vielseitigen Möglichkeiten fürs Sounddesign.

Behringer Neutron: Ein semimodularer Analogsynth
Behringer Neutron: Ein semimodularer Analogsynth

Für den Grundklang des Neutrons zeichnen sich zwei CEM3340-Oszillatoren (Nachbauten) verantwortlich, die bereits in Synths wie dem SH-101 oder dem Prophet 5 eingesetzt wurden. Ebenfalls sind Sync und Noise vorhanden. Die weitere Bearbeitung übernimmt dann ein zackiges 12dB Multimodefilter. Alles zusammen lässt sich entweder direkt über das Bedienpanel mit LFO, schnellen ADSR-Hüllkurven und S&H formen, oder eben per Patchverbindung neu zusammensetzen.

Neben Leads gelingt mit dem Neutron analoge FM und damit auch eine Menge an Percussion-, und FX-Sounds. Ebenso sind düstere Drones und Texturen eine Stärke des Neutron. Basssounds gelingen zwar auch, aber hierfür würde ich andere Kandidaten in dieser Liste vorziehen, etwa den Model D, Pro-1 oder Cat.

Behringer Neutron Übersicht

KonzeptSemimodularer Analogsynth mit Duofonie
Orientiert sich an
OSC2 x CEM3340 VCOs (u.a. SH-101, Prophet 5), Sync, Noise
Filter12dB Multimode VCF mit Resonanz
LFOs / Env1 x LFO, 2 x ADSR, S&H
Arp oder Sequencer
EffektsektionOverdrive, analoges Delay (BBD)
KlangcharakterMitten sind recht dominant, Höhen etwas bedämpft
Gut fürFX, Leads, Percussion, Drones
Behringer Neutron Übersicht

Odyssey

Die Vorlage dieses Synths, der Arp Odyssey, wurde damals als Gegenentwurf zum populären Minimoog auf den Markt gebracht. Sein roher und fetter Klang geht in eine aggressivere Richtung als Moog und seine zahlreichen Routing-Möglichkeiten lassen auch tiefere Klangexperimente zu.

Das ist beim Behringer Odyssey nicht anders, wenngleich dieser im Vergleich zum Original etwas weniger Schub mitbringt. Aber es ist immer noch mehr als ausreichend, um Wände wackeln zu lassen. Wie schon beim Original bezahlt man die erweiterten Sounddesign-Optionen mit dem Suchen nach Sweetspots. Im Gegensatz etwa zu einem Model-D oder MS-1 kann man hier schneller falsch abbiegen und klangliche Grütze erhalten.

Behringer Odyssey
Behringer Odyssey

Wenn man den Grundklang und vor allem die Routings einmal verinnerlicht hat, schraubt man sich schnell hämmernde EBM-Bässe, experimentelle Sounds oder Sync-Leads zusammen. Ebenso erzeugt der Odyssey auch analoge Percussion und FX überzeugend – dank schneller Hüllkurven, FM, RM sowie Noise.

Behringer Odyssey Übersicht

KonzeptDuofon spielbarer Analogsynth mit umfangreichen Routingmöglichkeiten
Orientiert sich anArp Odyssey
OSC2 x VCOs (Saw / Pulse), Ringmod, Sync & Noise
FilterUmschaltbares LP-Filter (2 x 24dB & 1 x 12dB) mit Resonanz, Hochpass
LFOs / Env1 x LFO (Sin, Pulse, S&H), 1 x ADSR, 1 x AR, VCO 1 als LFO nutzbar
Arp oder SequencerArp & 32-Step-Sequencer
EffektsektionDigitale Multieffekteinheit
KlangcharakterJe nach Filter-Wahl mal aggressiv, mal knarzig mittig, bis rund und voluminös
Gut fürBässe, (Sync-)Leads, Experimentelles, Metallische Analogpercussions (FM / RM), Drones
Behringer Odyssey Übersicht
  • Behringer Odyssey
    Behringer Odyssey
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Pro-1

Ebenfalls ein unbestrittener Klassiker ist Sequential Circuits Pro One. Allerdings gab es von diesem – im Gegensatz zum Minimoog – lange Zeit keine wirkliche Alternative auf dem Markt. Gleichzeitig schossen die Gebrauchtmarktpreise in die Höhe, und vollständig intakte Exemplare zu finden, war auch eher Glückssache.

Behringer Pro-1 ist dem Sequential Circuits Pro One nachempfunden
Behringer Pro-1 ist dem Sequential Circuits Pro One nachempfunden

Umso mehr freuten sich viele über die Nachricht, dass sich Behringer mit dem Pro-1 nun diesem Klassiker angenommen hatte. Zwar ging bis zur Veröffentlichung einige Zeit ins Land, aber das Warten lohnte sich. Denn der Pro-1 klingt fantastisch: Zackige Hüllkurven, fest zupackende Filter und ein kräftiger Analogsound, für den der Pro-1 (nicht nur) in Techno- und Industrialkreisen so beliebt war.

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Behringer Pro-1 Demovideo

Als Bonus stattete Behringer den Pro-1 noch mit einer kleinen Patchbay und Duofonie aus. Letztere ist dann besonders spannend, wenn man sie mit Sync und dem Sequencer kombinert. –> Zum Behringer Pro-1 Test

Behringer Pro-1 Übersicht

KonzeptDuofoner Analogsynth mit Sequencer
Orientiert sich anSequential Circuits Pro One
OSC2 x VCOs (Saw, Tri, Puls), Sync
Filter24dB LP
LFOs / Env1 x LFO, 2 x ADSR (VCF / VCA)
Arp oder SequencerUp/Down-Arp & Sequencer (duofon)
Effektsektion
KlangcharakterEher hart und aggressiv, fügt sich aber gut in den Mix ein
Gut fürEBM & Techno-Bässe, Soundexperimente, SequencerLeads, Percussion
Behringer Pro-1 Übersicht
  • Behringer Pro-1
    Behringer Pro-1
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Behringer TD-3

Acid und andere Spielarten elektronischer Musik wurden maßgeblich durch den Sound der Roland TB-303 beeinflusst. Und mit steigenden Gebrauchtmarktpreisen kamen auch immer mehr TB-303-Clones hervor.

Behringer TD-3 liefert authentischen 303 Sound
Behringer TD-3 ist ein authentischer TB-303 Clone zum VST-Preis

Ich denke, zu der TB-303 von Roland muss man nicht zu viel sagen. Wahrscheinlich ist die 303 auch einer der am häufigsten gecloneten Synths der letzten zwanzig Jahre (die besten 303-Clones im Vergleich). Also überrascht es nicht, dass es auch unter den Behringer Synths eine Version gibt, bzw. sogar gleich zwei.

Behringers TD-3 ist einer davon und er macht dabei eine sehr ordentliche Figur. Ob die TD-3 nun das allerletzte Quäntchen Authentizität liefert, muss jeder für sich entscheiden. Beziehungsweise hängt das auch immer ein wenig ab, welche originale 303 man gerade vor sich hat.

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Behringer TD-3 Demovideo

Im Verlgeich zu anderen TB-303-Clones fand ich bei der TD-3 gut, dass sowohl das leichte Rauschen im Attack vorhanden sind, als auch die etwas stärkere Resonanz. Im Gegensatz zu einem TT-303 Bass Bot von Cyclone zwitschert die TD-3 von Behringer auch ordentlich, was sich im 303-Overkill-Studio sogar sehr gut ergänzt.

Behringer TD-3 Übersicht

KonzeptClone einer Legende
Orientiert sich anRoland TB-303
OSC1 x VCO (Saw / Pulse)
Filter24 dB Lowpass (reicht aber nur bis 18-20 dB)
LFOs / EnvDecay-Hüllkurve
Arp oder SequencerAuthentischer 16-Step-Sequencer mit Accent, Slide und nerviger Programmierung
EffektsektionOkay klingendes Distortion
Klangcharakter303…
Gut fürAcid-Gezwitscher, Ambient-Sequenzen, aber auch rollende Techno-Basslines
Behringer TD-3 Übersicht
  • Behringer TD-3-SR
    Behringer TD-3-SR
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  • Behringer TD-3-BK
    Behringer TD-3-BK
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Behringer TD-3 MO

Neben der TD-3 hat Behringer noch einen 303-Clone auf den Markt gebracht, der sich vor allem die Devilfish-Mod zum Vorbild nahm (zum Behringer TD-3 MO Test). Die Behringer TD-3 MO erledigt den Job augenscheinlich gut und ist zu dem Preis echt attraktiv. Allerdings muss ich gestehen, dass ich die Devilfish nur für zwei Wochen im Studio hatte und das auch schon über fünf Jahre zurückliegt.

Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass es Behringers TD-3 MO nahezu zum PlugIn-Preis gibt, kann man nichts mehr sagen. Wer Acid-Sound mag, sollte hier zuschlagen; und sei es nur, um eine weitere 303-Farbe im Studio zu haben.

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Behringer TD-3 MO Demovideo

Behringer TD-3 MO Übersicht

KonzeptErweiterte TB-303
Orientiert sich anRoland TB-303 Devilfish Mod
OSC1 VCO (Saw / Puls) plus Suboszillator, FM
Filter24 dB Lowpass (reicht aber nur bis 18-20 dB)
LFOs / EnvDecay-Envelope plus zusätzlicher VCA-Attack-Mod
Arp oder Sequencer16-Step-Sequencer mit Accent & Slide
EffektsektionOverdrive
Klangcharakter303 auf Steroiden
Gut fürAcid-Gezwitscher, Ambient-Sequenzen, aber auch rollende Techno-Basslines
Behringer TD-3 MO Übersicht
  • Behringer TD-3-MO-SR
    Behringer TD-3-MO-SR
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  • Behringer TD-3-MO
    Behringer TD-3-MO
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Behringer WASP Deluxe

Der originale WASP von EDP war nicht gerade bekannt für seinen fetten Sound oder hochwertige Bauteile. Trotzdem schaffte es EDP, sich mit einem außergewöhnlichen Design, Billigbauteilen und noch ungewöhnlicherem Sound ein Synthdenkmal zu setzen.
Und so liefert auch der WASP Deluxe einen sehr eigenwilligen Sound, den man entweder hasst oder liebt.

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Behringer WASP Deluxe Demovideo

Besonders das Filter ist hier eine spannende Komponente, denn mit zunehmender Resonanz bricht das Signal förmlich in sich zusammen und wird immer schmutziger. Persönlich fand ich diesen Effekt beim Doepfer-Wasp-Filter fürs Eurorack Modularsystem noch extremer (und damit für mich besser).

Behringer WASP Deluxe
Behringer WASP Deluxe

Der WASP Deluxe ist weder besonders fett, noch hat er seidige Höhen, und klingt auch ansonsten eher quäkig. Aber wer einen Synth mit viel Charakter sucht der die Moog-Roland-Alltagkost ergänzt, sollte sich den WASP Deluxe mal näher ansehen.

WASP Deluxe Übersicht

KonzeptAnalog-digitaler Hybridsynth
Orientiert sich anEDP WASP
OSC2 x digitale Oscs (Sinus, Saw, Puls & Enhance (eine Art PWM))
Filter12dB-Multimode-VCF (LP, BP, Notch, HP) mit Resonanz
LFOs / Env1 x LFO (Sin, Saw up/down, Puls, Random, Noise), 1 x ADSR, 1 x ASD mit Loopfunktion
Arp oder Sequencer
Effektsektion
KlangcharakterSchmutzig roh, leicht quäkig, nicht wirklich fett, aber schön retro
Gut fürFlutter-Leads, Chiptune-Arpeggios, FX-Sounds
Behringer WASP Deluxe Übersicht

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