Die besten Synthesizer für Einsteiger

Die besten Die besten Synthesizer für Einsteiger

Wer sich intensiv mit elektronischer Musik beschäftigt, kommt an Synthesizern nicht vorbei. Klar – in der PlugIn-Welt gibt es tausende guter Klangerzeuger für wenig Geld, mit denen man hervorragend produzieren kann. Die Hardware-Varianten überzeugen hingegen mit direktem Zugriff und nicht selten organischerem Klang.
Nicht zuletzt sind vielen Hardware-Synthesizer lieber, als sich nach Stunden vor dem Computer im Job abends noch einmal vor einen Bildschirm zu setzen. Es stellt sich also die Frage, worauf soll ich achten, wenn ich mir als Einsteiger einen Synthesizer kaufen möchte?

Bevor du deinen Einkaufswagen volllädst, solltest du dir bei deinem ersten Hardware-Synth über ein paar Dinge klarwerden: Möchtest du Live damit performen oder wirst du ihn nur im Studio einsetzen? Ist eine Soundkarte bereits vorhanden? Bist du eher Klangschrauber und programmierst jeden Sound von Grund auf oder siehst du dich eher als Performer, der schnell eine Vielzahl unterschiedlicher Presets abrufen muss? Und natürlich muss dir der Synth auch klanglich zusagen.

Vorweg: Bei letzterem Punkt kann ich nicht helfen, da guter Klang immer höchst subjektiv wahrgenommen wird. Selbst die krasseste Noisekiste wird ihre Liebhaber finden. Bei den anderen Fragen kann ich hoffentlich helfen. Im Anschluss findest du eine Top-5-Liste der besten Synthesizer für Einsteiger. Um in diese Liste aufgenommen zu werden, mussten die Synths folgende Kriterien erfüllen:

  • Intuitive Bedienung
  • Breites klangliches Spektrum
  • Nicht zu teuer in der Anschaffung
  • Platz sparend und leicht ins Studio integrierbar

Mono- oder polyphoner Synth?

Im Studioalltag ist es dank Mehrspuraufnahmen fast schon egal, ob der Synth über eine oder mehrere Stimmen verfügt. Bei Bedarf zeichnet man den gleichen Track immer wieder in einer anderen Tonhöhe auf und kreiert so polyphone Melodien. Wichtiger sind da klangliche Aspekte und eine umfangreiche Ausstattung, die den Synth nicht schnell langweilig werden lässt. Umgekehrt bieten die meisten polyphonen (mehrstimmigen) Synthesizer die Möglichkeit, Sounds solo oder unisono (mehrere Stimmen spielen gleichzeitig den gleichen Ton auf der selben Note) wiederzugeben.

Einzig in Live-Situationen sind monophone Synths dahingehend limitiert, dass sie eben nur eine Note gleichzeitig erzeugen können; mal von der Möglichkeit abgesehen, Akkordklänge durch gezieltes Verstimmen der Oszillatoren zu simulieren. Wenn das für dich kein Ausschlusskriterium ist, bist du in der glücklichen Lage, aus einem riesigen Pott deinen Traumsynth herauszufischen. Früher war es häufig so, dass viele monophone Synths ihre eingeschränkte Stimmenzahl mit klanglichen Optionen gutmachten. Für experimentelle Sounds waren sie also öfter das Mittel der Wahl. Die Zeiten haben sich zum Glück geändert, denn der Markt ist seit einigen Jahren voll mit guten Synths mit hervorragendem Preis-/Leistungsverhältnis.

Die besten Synthesizer für Einsteiger – Top 5

Für einen guten Start findest du nachfolgend eine kleine Auswahl von Synthesizern, die nicht nur für Anfänger eine gute Empfehlung sind.

Elektron Digitone

Ein FM-Synthesizer für Einsteiger? Absolut, wenn es sich dabei um den Digitone von Elektron handelt! FM Synthese hat (leider) den Ruf, vergleichsweise kompliziert zu sein. Obwohl das echt keine Raketenwissenschaft ist, kann ich verstehen, dass ein DX7 erstmal komplexer wirkt, als beispielsweise ein Minimoog. Hat man sich die Basics der FM-Synthese aber erst einmal raufgeschafft, ist Frequenzmodulation eine großartige Quelle für viele authentische Sounds.

Das ist auch einer der Gründe, warum sich in unzähligen Techno- und Ambienttracks Klänge finden, die irgendeinem DX-Synth entsprungen sind. Von weichen Pads über trocken hölzernen Leads bis hin zu eiskalt harschen Texturen liefert diese Syntheseform eine breite Farbpalette, die man woanders vergeblich sucht.

Hinzu kommt, dass Elektron einem den Einstieg in die FM extrem einfach macht. Eine Limitierung auf die wichtigsten Parameter, eine schlaue Menüführung und nicht zuletzt der gelungene Sequencer sorgen für ausreichend Spaß. Zusätzlich erleichtert Elektron den Zugang, indem sie nicht nur FM Synthese eingebaut, sondern das Ganze um einen subtraktiven Filter erweitert haben. Selbst wenn einem die FM-Synthese anfangs noch zu schwer ist, kann man mit den Presets ausprobieren und gezielt mit dem Filter erste Gehversuche starten.

Da der Digitone über ein gutes internes Audiointerface verfügt, gleichzeitig die eigenen Sounds via Overbridge per USB an den Rechner überträgt, benötigt man anfangs keine zusätzliche Peripherie. Mittlerweile ist auch der Overbridge-Editor ausreichend entbuggt, um damit komfortabel auf alle Parameter zugreifen zu können

Behringer Pro-1

Behringer hat mit dem Nachbau von Sequential Circuits Pro One einen echten Volltreffer gelandet. Für rund 330 € bekommt man einen sehr gut klingenden Analogsynth, der auch noch solide verarbeitet ist. Bei einem Synthesizer für Einsteiger besonders gut: Jede Funktion am Synth hat einen eigenen Regler. So kann man stets den Signalfluss auch optisch nachvollziehen, was einem gerade in der Lernphase hilft. Einzig die Modulationsmatrix auf der linken Seite könnte anfangs eine kleine Verständnishürde sein.

Klanglich ist der Pro-1 sehr nah an seinem Vorbild: Brettharte Basslines, verträumte Leads aber auch experimentelle Sounds liegen dem Synth. Nicht umsonst findet sich der Pro One / Pro-1 in so vielen unterschiedlichen Stilen elektronischer Musik wieder. Wie viel einem die hundertprozentige Patina eines Originals auf dem Gebrauchtmarkt Wert ist, muss man letztlich für sich selbst entscheiden. Der Duo-Mode und das Nichtvorhandensein der anfälligen Tastatur sind neben dem Preis aber handfeste Argumente, zumindest mal einen Testlauf mit dem Behringer Pro-1 zu absolvieren.

Wer mit dem etwas härteren Klang vom Pro-1 nicht so viel anfangen kann, sollte sich noch den Minimoog-Clone von Behringer ansehen. Mit dem Behringer Model D erhält man für 299 € einen sehr fetten Synthesizer, der nicht nur ausgezeichnet klingt, sondern für den Kurs erstaunlich gut verarbeitet ist. Wenn es die finanzielle Situation zulässt, kann man über eine Anschaffung beider Synthesizer nachdenken, da sie sich klanglich sehr gut ergänzen.

Novation Bass Station 2 oder Circuit Mono Station

Speicherbare Presets, gute Verarbeitung, etliche Features und ein ausgezeichneter Klang: Novation hat mit Bass Station 2 und dem später erschienenen Circuit Mono Station zwei analoge Synths auf den Markt gebracht, die es in sich haben. Hinzu kommt eine nahezu beispiellose Produktpflege. So spendierte Novation der Bass Station II noch sechs Jahre nach Erscheinen ein umfangreiches Firmware-Update, das den Synthesizer unter anderem mit Duophonie und Retrigger der Hüllkurven ausstattete.

Klanglich sind beide Synthesizer sehr ergiebig, was zum einen an der umfangreichen Filtersektion, zum anderen an den flexiblen Oszillatoren liegt. Bei anderen Synths muss man für das Dazuschlagen von Noise schon einmal einen Oszillator opfern. Nicht so bei den beiden Novation-Synths: Im Mixer werden die Signale nach Bedarf hinzugemischt, was auch für den Ringmodulator und die Suboszillatoren gilt. Da zudem die LFO-Frequenzen bis hin den hörbaren Bereich gehen, sind selbst glockige und harsche FM-Sounds möglich. Bass Station 2 und Circuit Mono Station sind also nicht nur gute Lieferanten für Bässe, sondern liefern eine umfangreiche Klangpalette für nahezu alle Sounds.

Bass Station 2 oder Circuit Mono Station? Die feinen Unterschiede erklärt.

Da beide Synths klanglich recht nah beieinander sind, sollte man sich für die Entscheidung drei Aspekte klarmachen: Wer seine Melodien lieber mit einer Klaviatur spielt, sollte zur Bass Station 2 greifen. Ist das nicht so wichtig, erhält man mit dem Sequencer der Circuit Mono Station ein extrem mächtiges Tool, das nicht nur live eine gute Figur macht. Über die Pads lässt sich die Circuit Mono Station auch recht gut spielen, das Spielgefühl ist aber anders.

Möchte man sich am Preis orientieren, lohnt es sich unter Umständen zu warten. Die Circuit Mono Station gab es mehrmals im Angebot für etwa 280 €, wodurch sie rund 100 € günstiger als die Bass Station 2 ist. Wenn man die Sonderaktion verpasst, liegt die Circuit Mono Station allerdings wieder rund 80 € über dem Preis der Bass Station 2.

Zuletzt bleibt der Vergleich der Features: Die Bass Station 2 bietet bessere Suboszillatoren, zwei vollwertige LFOs und Hüllkurven, bei der Circuit Mono Station muss man sich jeweils mit einer begnügen. Dafür gibt es hier den ausgefuchsten Modulations-Sequencer mit dem man etliche Parameter automatisieren kann. Zusätzlich ist es möglich, einzelne Elemente der Klangerzeuger am Filter vorbei in den Mix zu leiten, was wiederum spannende Klänge ermöglicht, die so mit der Bass Station 2 nicht möglich sind.

Hier gibt es die Circuit Mono Station (Partnerlink)

Novation Circuit

Zwei ausgewachsene Synthesizer plus vier Sample-Spuren, sowie eine flexible Klangerzeugung. Und das ganze zu einem Preis von rund 300 €. Novations Groovebox „Circuit“ ist seit Jahren schon fester Bestandteil in vielen Live-Setups und Studios.

Klanglich spielt der Circuit seine Stärken eher bei digitalen Sounds aus, also bei komplexen Leads, Glocken, sowie Flächen und Texturen. Analoge Bässe gelingen ihm zwar, im Vergleich zu vielen analogen Spezialisten fehlt ihm dann aber doch der letzte Schub.

Dafür lässt er sich mit Batterie betreiben um unterwegs schnell mal eine Idee festzuhalten. Und mit geschickter Pattern-Programmierung ist man mit dem Circuit in der Lage, ein komplettes Live-Set zu spielen. Selbst als MIDI-Controller macht der platzsparende Synth eine gute Figur. Die 32 Pads reagieren auf Anschlagdynamik und zur Noteneingabe lassen sich eigene Skalen festlegen und abspeichern.

Roland SH-01a

Rolands SH-01a ist eine digitale Emulation des legendären SH-101 mit sinnvollen Extras. Eines der wichtigsten Upgrades gegenüber dem analogen Vorgänger ist die vierfache Polyfonie. Dadurch lassen sich auch wunderbare Flächen mit der typischen SH-Soundästhetik spielen. Dass der interne Sequencer in der Lage ist, Melodien polyphon aufzuzeichnen und wiederzugeben rundet dieses Feature noch ab.

Klanglich spielt der SH-01a ganz vorne mit, wenngleich ihm im Vergleich zum Original ein Quäntchen „weiche Melancholie“ fehlt. Wir reden hier aber über Nuancen, die an anderer Stelle durch den erweiterten Funktionsumfang wieder aufgefangen werden.
Ein weiterer Punkt warum dieser Synth Einzug in diese Liste fand, ist die Möglichkeit, den SH-01a als Audio Interface zu betreiben. Nicht nur wird das eigene Audiosignal per USB direkt an den Computer übertragen, man kann über den Audio-Eingang (Mix In) ein externes Signal einschleifen. Die Latenzen sind ausreichend niedrig, wenngleich spezialisierte Audio Interfaces nach wie vor die Nase vorn haben. Einsteiger können sich mit dem SH-01a also anfangs ein Audio-Interface sparen und direkt loslegen.

Die besten Synthesizer für Einsteiger – Fazit

Für welchen Synthesizer du dich entscheidest, ist eine Frage des Geschmacks und nicht zuletzt des Budgets. Natürlich kannst du auch nur mit den Computer und Plug-In Synthesizern richtig gute Ergebnisse erzielen und so langsam das Geld für deinen Traumsynth zusammensparen.

Und selbst wenn du dir mal einen Fehlkauf leisten solltest: Dank 30 Tage Money Back im Onlinehandel und gut funktionierendem Gebrauchtmarkt ist das Risiko sehr überschaubar, auf dem Synth sitzen zu bleiben.

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